Dataflow Compute & Intelligent Compute Architecture

Verfügbar

Next Silicon ICA – eine native Non-Von-Neumann-Dataflow-Architektur, bei der die Berechnung durch Datenverfügbarkeit gesteuert wird statt durch eine sequenzielle Instruktionsfolge.

Overview

Klassische Von-Neumann-Prozessoren verbringen einen Großteil ihrer Chipfläche mit Kontroll-Logik – Branch Prediction, Out-of-Order-Scheduling, Spekulation –, die nicht zur eigentlichen Rechenleistung beiträgt. Die Intelligent Compute Architecture (ICA) verfolgt einen anderen Ansatz: Ein Gitter aus Recheneinheiten (ALUs) ist graphartig verschaltet; sobald Daten an einer Einheit ankommen, startet die Berechnung automatisch, und das Ergebnis fließt direkt zur nächsten Einheit weiter.

Entscheidend für den Praxiseinsatz: Bestehender Code – C++, Fortran, Python und gängige CAE-Anwendungen – läuft unverändert. Die ICA-Software identifiziert rechenintensive Abschnitte zur Laufzeit und rekonfiguriert die Hardware automatisch, ohne domänenspezifische Programmiersprache oder manuelle Anpassung.

Key Pain Points

Kontroll-Overhead

Ein Großteil der CPU-Chipfläche entfällt auf Instruktionssteuerung statt Rechnung – ein struktureller Effizienzverlust bei rechenintensiven Workloads.

Speicherbandbreite

Datenintensive Simulationen sind häufig bandbreiten- statt rechengebunden; klassische Architekturen stoßen an die Memory-Wall.

GPU-Portierungsaufwand

GPU-Beschleunigung erfordert oft CUDA-Portierung und spezialisierte Kernel – ein Aufwand, den bestehende CAE-Codebasen scheuen.

Energie pro Ergebnis

Rechenzentren stoßen an Leistungsgrenzen; Performance-pro-Watt wird zum limitierenden Faktor der Skalierung.

Methods & Fit

Wo die Dataflow-Ausführung an den oben genannten Pain Points ansetzt:

Datengetriebene Ausführung

Eliminiert den Kontroll-Overhead, indem die Datenverfügbarkeit die Berechnung auslöst – kein spekulatives Scheduling, keine Branch-Prediction-Einheit.

Laufzeit-Rekonfiguration

Die Software profiliert Hotspots während der Ausführung und passt die Hardware-Konfiguration dynamisch an – ohne Code-Rewrite oder DSL.

Verteilte HBM-Anbindung

Adressiert die Bandbreitengrenze über eng gekoppelten High-Bandwidth-Memory nahe den Recheneinheiten.

Typische Workload-Klassen:

Rendering & VFX Seismik (RTM/FWI) Monte-Carlo Genomik & Kryo-EM Signalverarbeitung Telemetrie-Streams

Roadmap: Souveränes Silicon & Dataflow

PhaseStrategische AktionErgebnis
1. ISA EvaluierungMapping von RISC-V Vektor-Erweiterungen für x86-Legacy-Code; Bewertung des Arbel-Host-CPU.Migrations-Risikobericht.
2. Dataflow MappingProfiling der Applikations-Hotspots für die ICA-Ausführung; Onboarding von unverändertem C++/Fortran/Python.Hotspot-zu-Dataflow Eignungsbericht.
3. Adaptive DeploymentIntegration von Next Silicon Maverick mit Laufzeit-Rekonfiguration; gestufter CPU-Fallback, wo die ISV-Zertifizierung noch aussteht.Transparente, risikoabgesicherte Beschleunigung.
4. Compliance HardeningRoot-of-Trust Audit für die Open-Source-Silicon-Architektur über Host und Beschleuniger.Digitale Souveränität & Sicherheit.

Metrics

bis 10×

Performance ggü. führenden GPUs (herstellerseitig)

0

Code-Rewrites – bestehender Code läuft unverändert

Sandia

Produktiv-Referenz (National Laboratories)

Herstellerangaben von Next Silicon; projektspezifische Werte werden im Rahmen eines Benchmark-Audits ermittelt.

Limitations

  • ISV-Zertifizierung: Kommerzielle CAE-Solver (z. B. OpenFOAM-, PamCrash-Distributionen) benötigen eine abgeschlossene Zertifizierung; bis dahin greift die gestufte CPU-Fallback-Strategie.
  • Reifegrad des Ökosystems: Toolchain und Community sind jünger als bei etablierten GPU-Stacks.
  • Workload-Abhängigkeit: Der Vorteil ist bei datengetriebenen, hochparallelen Workloads am größten; seriell-kontrolllastige Lasten profitieren wenig.

Diese Seite bewertet technische Eignung, keine Beschaffungsentscheidung.